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WE SING ROBBIE WILLIAMS

Publisher: Nordic Games

System: Wii (Test)

wertung: 8.4 von 10



   

Die Zeiten, in denen Karaoke-Spiele zwingend den Aufdruck „Singstar“ hatten, sind vorbei. Andere Reihen machen sich auf anderen Plattformen breit und bescheren auch Wii-Besitzer Möglichkeiten, ihr Gesangstalent zu beweisen. Auf dem Markt mischt Entwickler Nordic Games mit, die bisher zwei Teile der Reihe „We sing“ herausgebracht haben. Die Tracklists waren jeweils ein Gemischtwarenladen, Zutaten kamen aus den Charts und aus dem Klassiker-Bereich. Nun haben sie sich auf einen Interpreten versteift. Und bei der Wahl des einzigen Künstlers hieß es wohl klotzen statt kleckern. Denn „We sing Robbie Williams“ featured Songs von – Überraschung – Mr. Williams, den viele für DEN Superstar schlechthin halten.

Tja, was soll man zu Konsolen-Karaoke in Bezug auf Gameplay und Grafik sagen? Es gibt Menüs, es gibt Videos im Hintergrund und es gibt die Tonhöhen-Anzeige, die über den Videos aufliegt. Das ist so üblich und es gibt auch keinen erkennbaren Grund, warum das ein Programmierer ändern sollte. Es ist etwas langweilig, aber es funktioniert so. „We sing Robbie Williams“ erfindet da das Rad auch nicht neu. Kleine Änderung findet man aber doch hier und da. Zum Beispiel im Auswahlmenü. Es ist sehr viel einfacher gehalten. Einer der drei Schwierigkeitsgrade, Zahl der Sängerinnen und Sänger, ganzer oder halber Track, Lied (vielleicht auch unter Zuhilfenahme der „Singleistung-Anspruchsanzeige“) rauspicken. Fertig. Also zumindest im Grundsatz. Es ist aber vorteilhaft, der englischen Sprache mächtig zu sein, denn lokalisiert worden ist das Spiel komischerweise nicht. Außerdem gibt es noch virtuelles Gesangstraining, das euch auf die bevorstehenden Aufgaben einstimmt.

Die Ausbildung könnte auch im Multiplayer nützlich werden. Der ist wirklich spassig und bietet stattliche acht Modi. Natürlich lässt es sich im Duett oder als Duell singen, das Micro wird weitergereicht oder Einzelherausforderungen werden eingeblendet. Das lustigste Spiel ist die Blind-Variante, bei der auf einmal Textpassagen fehlen. Das Improvisieren sorgt regelmäßig für Amüsement. Im Gegensatz zu vergleichbaren Games wird hier der Punktestand am oberen Rand direkt angezeigt. Das fördert die Competition – ganz ohne Handetasche. Nordic Games hat offensichtlich kapiert, dass man Karaoke normalerweise in der Gruppe spielt. Zumindest macht es so am meisten Fun. Dem zollen die Entwickler mit dem Schwerpunkt Tribut.

Sound und Präsentation der Videos sind einwandfrei. Robbie und seine Musik schmettern mächtig durch die Boxen, deswegen schmettert man auch gerne mit. Auch wenn nicht immer so toll klingt wie beim Original – was ja den Spaß ausmacht. Nicht immer wird als Hintergrund der eigentliche Clip gezeigt, sondern ein Live-Mitschnitt seines legendären Knebworth-Konzerts gezeigt, mit dem Robbie an die hunderttausend Menschen begeisterte. Hat die Entwickler wahrscheinlich weniger im Einkauf gekostet und ist zudem eine nette Abwechslung zum Video-Brei. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Aber was wird denn jetzt eigentlich geträllert? Ingesamt gibt es 25 Songs, von denen einer freigesungen werden muss. Da das Tracklisting das A und O eines Karaoke-Spiels ist, zähl ich die alle mal auf. „Old Before I Die“, „Angels“, „Let Me Entertain You“, „No Regrets“, „Strong“, „She’s the One“, „Rock DJ“, „Kids“, „Supreme“, „Let Love Be Your Energy“, „The Road To Mandalay“, „Eternity“, „Somethin‘ Stupid“, „Beyond The Sea“, „Mr. Bojangles“, "Feel", „Come Undone“, „Something Beautiful“, „Sexed Up“, „Radio“, „Tripping“, „Advertising Space“, „Sin Sin Sin“, „Bodies“, „You Know Me“. Dazu kommt noch ein ganz aktueller Bonus-Song, der für zwei gemacht ist. Wink mit dem Zaumpfahl.

Um das Spiel für Robbie-Fans noch attraktiver zu machen (geht das?), wurde ein Fotoalbum mit Bildern vom Star implementiert. Ganz nett, aber eben wirklich wohl nur für die Anhänger ein tolles Feature. Unter Sonstiges sollte man auch die typische Karaoke-Krankeit erwähnen, an der auch dieser Titel leidet: Richtig singen muss man gar nicht, um Punkte abzustauben. Brummen und summen auf Tonhöhenniveau reicht. Nicht, dass das total schlimm wäre. Schließlich will wohl jeder, der zum Mikro greift, im Zweifel ja Herrn Williams imitieren und nicht eine Biene.

 

Fazit:

„We sing Robbie Williams“ ist ein grundsolides Karaoke-Spiel mit - im Großen und Ganzen - altbekannten Zutaten. Nicht weniger, vielleicht etwas mehr. Denn der Multiplayer wird für einige Stunden Vergnügen sorgen. Wer alleine vor dem TV-Gerät steht, könnte sich langweilen – es sei denn, er/sie ist Die-Hard-Fan. In diesem Fall gibt’s eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Denn für sie ist die Sammlung fast perfekt („Feel“ vermisst man schon), über die Extras wie die Konzert-Mitschnitte und die Bilder werden sie sich ebenfalls freuen. Ansonsten wird das Game vor allem bei Party der Menge eins entgegenbrüllen: „Let me entertain you!“






Der Link zum Spiel: www.wesinggame.com/de