Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen


 

TONY HAWK: SHRED

Publisher: Activision

System: PS3 (Test), XBox 360, Wii

wertung: 8.2 von 10



   

Am Controller nur auf die Knöpfe einkloppen war mal. Steuerung mittels Körperbewegung heißt der neueste Clou und liegt voll im Trend. Auch "Tony Hawk: Shred" nutzt diese neue Technik - zum Spiel mitgeliefert wird ein Plastik-Skatebaord mit integrierten Bewegungssensoren.

Nachdem der direkt Vorgänger „Tony Hawk: Ride“ irgendwie gefloppt ist und auch irgendwie gar nicht gut ankam, will es Activision wieder wissen. Sie scheinen vom Konzept der Brett-Imitation überzeugt zu sein. Warum auch nicht? Es ist definitiv eine tolle Idee, die den Zeitgeist triff. Damit das Wunderding die Bewegungen des Spielers erkennt und richtig interpretiert, muss das Skateboard/Snowboard vor dem ersten Einsatz ausgiebig kalibriert werden. Dazu muss der Spieler auf den Skateboard-Controller steigen und die vor ihm, auf den Bildschirm projizierten Kommandos befolgen - stets unter den wachsamen Augen und der Anleitung von Skateboard-Legende Tony Hawk. Auf diese Weise wird zumindest die Wartezeit, die das Synchronisieren mit sich bringt, angenehm überbrückt. In weiterer Folge wird die gewünschte Haltung eingestellt (Regular oder Goofy), Tale und Nose müssen gekippt und die Sensoren verdeckt werden. Keine Sorge: Die Board-Kalibrierung muss nur einmal durchgeführt werden. Bereits kurze Zeit später können schon waghalsige Sprünge, diffizile Grabs, spektakuläre Tricks und Grinds hingelegt werden - jedenfalls in der Theorie, denn "Shred" ist wie sein Vorgänger "Ride" alles andere als ein Kinderspiel und erfordert vollen Körpereinsatz. Komplexere Tricks und Sprünge sind nur mit entsprechender Übung möglich. Und es ist nicht untertrieben zu sagen: Schon nach 5 Minuten rennen die ersten Schweißtropfen von der Stirn, weil die Bewegungen mir und auf der Peripherie ganz schön anstrengt. Balance-Board? Was ist das?

Konnte man früher nur über den Asphalt brettern, so kann der Spieler den Controller nun auch als Snowboard verwenden und über schneebedeckte Hänge sausen. Erneut gehen wieder diverse Profis an den Start, darunter Travis Rice (2009 X-Games Goldmedaillen-Gewinner), Louie Vito (2010 Euro X-Games Bronzemedaillen-Gewinner) und Torah Bright (Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen 2010). Mit dabei ist natürlich auch Namenspate und Skater-Legende Tony Hawk, Lyn-Z Adams, Corey Duffel, Sean Malto, David Gonzalez, Geoff Rowley, Stevie Williams und Chaz Ortiz. Ein echtes Staraufgebot also soll die Verkaufszahlen ankurbeln.

Auch aus den Fehlern der Vergangenheit hat man gelernt und jetzt eine kleine Boardanzeige am unteren Bildschirmrand integriert. Diese zeigt an, welche Stellen auf dem Board gerade am meisten belastet werden, was Korrekturen ermöglicht und Tricks besser ausführen lässt. Wirklich flüssig und fehlerfrei funktioniert die Steuerung aber leider noch immer nicht. Ab und an hat man das Gefühl, als seien die zu sehenden Moves einfach nur Zufall und nicht gewollt.

Grafisch schlittert "Shred" im Cel-Shading-Look zwischen den Schnee bedeckten Pisten von den französischen Alpen bis nach Peking und auf diversen Tracks von New Orleans bis, sagen wir, sehr große Skatehallen. Das ist etwas ungewohnt, aber nicht störend. Es könnte nur ein wenig mehr los sein bei den Runs. Zu sehen gibt es nicht viel in den häufig schlauchartigen Levels. Immer wieder ist es möglich, auf eine andere der drei Spuren zuwechseln. Aber auf ihnen fahrt ihr wie auf Gleisen. Alternative Routen oder Strecken, die auf eigene Faust erkundet werden können, fehlen oft – aber nicht immer! Es sind durchaus Alternativ-Routen verfügbar. Man muss nur wissen, an welcher Stelle sie kommen und auf welchen der Spuren man sein muss, damit die richtige Ausfahrt auch erwischt wird. Dass es kein wirklich freies Fahren gibt, ist eben der Steuerung geschuldet, denn ein Kippen auf eine Seite wird eben nicht als einfaches Links- oder Rechtsfahren gewertet, es sind schon Tricks. Das ist schade, steigert aber die Action.


Deswegen darf man "Shred" nicht als herkömmliches Skate- bzw. Snowboard-Simulation begreifen, sondern sollte sich vielmehr vor Augen führen, welch technische Leistung hier vollbracht wurde: Der Spieler steht auf einem Controller, der seine Bewegungen auf dem Bildschirm umsetzt. Ganz ehrlich: Das ist sensationell, wenngleich das Konzept noch nicht ganz ausgereift sein mag. Wer "Shred" als eine Art Experiment sieht, kommt in den Genuss eines tollen Gemeinschafts-Games, das sportlich-süffisante Aktivität ins Wohnzimmer bringt. Und im Party-Modus können sogar zwei bis acht Spieler in unterschiedlichen Wettewerben gegeneinander antreten. Das sorgt für Fun, denn irgendeinen haut es immer hin – in real meine ich. Natürlich fahren alle nacheinander. So haben die anderen viel Zeit sich über den momentan aktiven Spieler lustig zu machen. Bei der XBox- bzw. Wii-Version lässt sich sogar der eigene Avatar bzw. Wii einbauen.

 


Fazit:

"Tony Hawk: Shred" ist echt abgefahren. Nach einer Stunde auf dem Brett seid ihr total durch. Dass auf der Strecke nicht viel zu sehen ist, fällt nicht sonderlich ins Gewicht, denn beim Tricksen hat man keine Augen dafür. Die Route selbst ist aber nicht so beschränkt, wie es im ersten Moment erscheinen mag. Amüsant ist das Tutorial vom Meister höchstpersönlich und die Kommentare der Pros zu den Durchgängen. Und auch im Party-Modus kommt der Spaß nicht zu kurz. Allerdings ist da dann eher Schadenfreude angesagt. Das Verletzungsrisiko ist ebenso hoch wie bei einer echten Fahrt. Kleiner Scherz. Aber ganz ohne ist der Balance-Akt auf dem Brett nicht. Die Atmosphäre stimmt jedenfalls und der wie immer bombastische Soundtrack bei Hawk-Games peitscht einen gut an. Die vielen freispielbaren Extras tun ihr Übriges, um über lange Zeit zu motivieren. Zumindest solange man gesund bleibt. Cooles Spiel mit cooler Steuerung, beides könnte aber noch verbessert werden.




Der Link zum Spiel: http://www.shredgame.com/