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TOMB RAIDER: UNDERWORLD |
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was für ein einstieg: mama croft wird vermisst, ihr totgeglaubter nemisis amanda jagt sie und ihre rückzugsmöglichkeit, die villa, steht in flammen. warum das so ist, weiß jeder, der den vorgänger „legends“ gezockt hat. alle anderen sind wahrscheinlich im ersten moment etwas erschlagen. aber nicht umsonst gibt es im schön aufgemachten hauptmenü die extras auszuwählen, die den punkt „was bisher geschah“ beinhaltet. in kleinen videos wird die ohnehin auf drei teile angelegte handlung von legends noch einmal kurz zusammengefasst und auch lara-pausierer werden wieder auf den stand der dinge gebracht. bis auf die sache mit der brennenden villa, auf der ihr am anfang flüchten müsst. das gehört nämlich schon zur neuen story. besser gesagt an deren ende. wie geschichte, die erklärt, wie es dazu kam, müsst ihr euch erspielen. irgendwie fies, aber cool. und so werden wir nach der geglückten flucht also in die zeit kurz nach „legends“ zurückgesetzt. lara macht sich nach der gescheiterten mission noch mal daran, das geheimnis von avalon zu erforschen und thors hammer ausfindig zu machen, dessen schicksal mit dem der mutter verbunden zu sein scheint. wie das bei der reihe so ist, führt einen die spur nicht direkt zum hammer, sondern erst mal quer durch die weltgeschichte – und darunter. zu den kulissen gehören unter anderem ein verschollenes tal in thailand und unterwasserruinen im mittelmeer. die vielleicht schönste anhäufung von pixeln geht bei ihren suchen nach artefakten, die ihr den weg weisen, bemerkenswerterweise recht rabiat vor. um mama ausfindig zu machen, werden gerne gesetze ignoriert und moralische grenzen überschritten. so kannte man lara noch nicht. sehr wohl bekannt sind die mittel, die frau croft einsetzt, um ihre ziele zu erreichen. bösewichter und wildes getier werden mit kugeln ins digitale nirvana geschickt. vor jedem abenteuer dürft ihr wählen, aus welchen sekundärwaffen die geflogen kommen sollen. die obligatorischen pistolen sind ohnehin immer dabei. da die munition nicht ausgeht, wird gnadenlos draufgehalten. wer will, kann sich mit den angreifern auch prügeln, denn lara hat prügel-animationen verpasst bekommen. die frage, warum ich in den nahkampf gehen sollte, wenn ich wummen haben, braucht keine antwort. es ist einfach nur eine zusätzliche option. doch auch wenn das mischungsverhältnis zwischen action und erkundenausgewogen ist, werdet ihr natürlich mehr zeit mit laufen, hüpfen und klettern als mit ballern verbringen. dabei wirkt die archäologin so beweglich wie nie zuvor. es erinnert an freeclimbing, wenn sie kleine vorsprünge zum vorankommen nutzt. einem gewissen prinzen aus persien ähnlich, springt sie von wand zu wand, balanciert auf den kleinsten stangen und zieht sich an den kleinsten kanten hoch, damit es weitergeht. die alten hasen müssen sich an die geschmeidigere und mit mehr möglichkeiten ausgestattete frau gewöhnen, doch die neue lara macht spaß. der schwierigkeitsgrad der rätsel, die unterwegs gelöst werden wollen, reicht von babyleicht bis hin zu überaus knifflig. man muss die bisherigen croft’schen denkmuster zuweilen verlassen, denn die neuen fähigkeiten bringen neue arten mit sich, situationen zu meistern. da jetzt auch frau crofts magnethaken nicht mehr nur zum schwingen über abhänge, sondern auch genutzt werden kann, um wallruns um die ecke zu vollführen, müsst ihr manchmal bei der verwendung dieses gadgets im wahrsten sinne des wortes um die ecke denken. nicht nur die bewegungen sind aufpoliert worden: die grafiken wirken allgemein beeindruckend. die festen texturen erreichen zuweilen photorealistische qualitäten, die beweglichen sind ebenso authentisch wie abwechslungsreich gestaltet. jeder abschnitt erhält so unverwechselbare charakteristiken. vor allem das thailand-level sieht einfach nur fett aus. das spiel zwischen farben und licht machen den dschungel förmlich lebendig und das halbdunkel in den ruinen sowie den levels unterhalb der erdoberfläche forciert so manchen fehltritt, leistet aber sehr viel zur stimmigen atmosphäre. den rest erledigt die musik, die sich immer dem geschehen auf dem monitor anpasst. die knackigen sounds der waffen, das röhren des erneut in das spiel eingebauten motorrads und die dynamische synchronisation der deutschen sprecher nehmen den spieler ein und lassen ihn selten los. insgesamt läuft alles (bis auf wenige einzelfälle) sehr flüssig in 720p ab. aber auch selten auftretende clipping-fehler und gelegentlich etwas eckige stören das gesamtbild des ersten echten next-gen-ausflugs von lara nicht. tatsächlich eingetrübt wird das gaming-vergnügen durch eine kamera, die in engen paasagen ab und an nicht weiß, wo sie sich platzieren soll. komischerweise welchseln die tastenfunktionen auch gerne mitten im geschehen. was eben noch zu einem gelungenen schwung mit dem haken führte, bedeutet gleich darauf einen sprung (in die teife). dann gilt es, wieder dahin zu spielen, was ziemlich nerven kann, zumal das backtracking einen gerne mal häufiger an bestimmte orte führt. dass allerdings am ende noch einige fragen offen bleiben, sollte dem spiel nicht negativ angekreidet werden. schließlich stellt es den zweiten teil einer triologie dar. die opulente optik und die neuen bewegungsabläufe von lara sind es, die bei „tomb raider: underground“ hängen bleiben und einen äußerst positiven eindruck hinterlassen. die riesigen welten mit postkartenidyll wollen entdeckt und die ordentlichen rätsel gelöst werden. es hätte alles so schön sein können, wenn nicht diese vermaledeite kamera und die dubiosen funktionswechsel der buttons wären. das ändert aber auch nichts daran, dass dieser teil so manches schlecht gemachte abenteuer der sexy heldin vergessen lässt und nicht nur treue craft-fans bis zum abspann, der leider schon so nach acht stunden kommt, in den bann ziehen.
mehr videos und bilder : www.tombraider.com
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