RISE OF THE ARGONAUTS

pusbisher: codemasters

vö: 12.12.08

system: ps3 (test), xbox360, pc

wertung: 7.9 von 10


   

an der fusion von rollenspiel und action haben sich schon einige spiele versucht. mal ist daraus ein charakterentwicklungsgame mit wenig handfesten auseinandersetzungen geworden, mal ein digitale knüppel-inferno mit pseudo-leveling-möglichkeiten. eine so konsequente mischung aus upgrades sammeln und hartem überlebenskampf wie bei „rise of the argonauts“ findet man allerdings selten.

ihn, den kampf ums überleben, verliert alceme gleich zu beginn des spiels. der schönen wird ein pfeil in den körper gejagt. und das ausgerechnet in ihrer hochzeitsnacht. das findet ihr angetrauert jason ebenso wenig nett, wie der zeitgleiche angriff einer unbekannten armee auf seinen palast. als könig will er sämtliche hebel in bewegung setzen, um sein maid wiederzubekommen. das ist natürlich nicht so leicht – schließlich ist alceme tot. doch jason regiert das antike griechenland. da ist dank mysik und magie praktisch alles möglich. so erfährt der herrscher, dass das goldene vlies die macht hat, die im hades gelandeten menschen wieder leben einzuhauchen. was macht jason also? richtig. er freut sich über sein neues single-dasein, schaltet die sportschau ein und trinkt ein bier. kleiner scherz. die sportschau gab es damals noch gar nicht.

jason macht sich zusammen mit seinem besten kumpel hercules auf den weg nach tartarus, wo sich das sagenumwobene fell befinden soll und will sich nebenher an den anfangs unbekannten angreifern rächen. unterwegs treffen sie auf andere helden und figuren aus der griechischen sagenwelt. ein paar von ihnen schließen sich ihrem könig an, stellen rat und tat zur verfügung und gehen mit auf die odyssee. die meisten, d.h. 99,98 prozent von ihnen, wollen ihm und seiner entourage jedoch aus den unterschiedlichsten gründen (meist macht) an den kragen. deswegen ist es nie möglich, einfach so zum nächsten, auf einer minimap verzeichneten wegpunkt zu gelangen oder eine aufgabe, die euch als protagonist gestellt wird und euch hilfreiche informationen oder dinge einbringt, unblutig zu beenden. stets warten horden mit allerlei waffen und magie auf aber die truppe, die sich später die argonauten nennen, kann sich wehren: mit streitaxt, speer und schwert. und zur not auch mit den scharfen kanten des schildes. was uns direkt zum gameplay bringt.

wie bei einem genre-mix nicht anders zu erwarten, macht man die meiste zeit, was man von den genres kennt. in diesesm fall ist das quatschen und hauen. friedliche zeitgenossen zum beispiel in städten können angequatscht werden. sie geben euch quests oder utensilien oder nichts. in wiefern die manchmal drögen dialoge im spiel weiterhelfen, kommt drauf an, welche fragen ihr sellt bzw. wie ihr auf fragen antwortet. es werden euch immer mehrere möglichkeiten angeboten. wie ihr in den wald reinruft, so wird es auch herausschallen.

je nachdem, wie ihr euer gegenüber (das gilt vor allem auch für die attackierenden fieslinge, die euch das quest versauen wollen) behandelt, bekommt ihr mehr ansehen bei den schutzgöttern. ihnen könnt ihr eure taten widmen und euch so ihre gunst sichern. als dank dafür werdet ihr von ihnen mit speziellen kräften. wie die aussehen kommt darauf an, welchem der vier gottheiten ihr eure aktionen widmed. dementsprechend können dialoge im sinne des starken ares mit einer gewissen streitlust geführt werden. er mag es, wenn jason mit dem streikolben zuschlägt. mit hermes’ zunge sprecht ihr, wenn ihr es intellektueller, cleverer, auch hinterlistiger mögt. er powert das schwert als schnelle waffe und angriffe damit auf. gespräche, wie sie athene führt, sind gekennzeichnet von stategie und klaren entscheidungen. sie ist die göttin des speers und verbessert timing und taktik im umgang mit der waffe. redet ihr mit anderen wie apollo, beweist ihr mitgefühl und großherzigkeit. er ist der gott des schildes, dass, widmet ihr eure taten ihm, nicht nur besseren schutz gibt, sondern zusätzlich besser für eigene angriffe genutzt wird.

egal, womit ihr in die schlacht zieht: das kampfsystem ist einfach gehalten und die boss-fights schön inszeniert. dafür reicht button-mashing leider manchmal auch. dennoch sind die kombos, die gezielte aktionen erfordern, cooler. deswegen setzt man sie mehr ein, wenn es zur sache geht. und wie es zur sache geht. natürlich nicht im sinne von realistischem gemetzel, aber manche szenen ist heftigere „cartoon violence“. wenn jason mit dem morgenstern schlägt, zerspringt unter umständen mal ein körperteil und wenn er sein schild mit den schaften kanten einsetzt können extremitäten vom restlichen körper des gegners abgetrennt werden. kein wunder, dass ein großer roter usk-aufkleber auf dem cover zu sehen ist. splatter-fans, die mit den geschnittenen deutschen versionen von „cod“ oder „fallout 3“ ihre probleme haben, kommen hier auf ihre kosten.

das alles macht laune, aber es gibt dinge, die bei solchen spielen nicht sein müssen/dürfen. schon nach wenigen sätzen müsste man schon was mit den ohren haben, um nicht mitzubekommen, wie grottig die deutsche syncho ist. sachen werden unmotiviert dahergeplappert oder sind falsch übersetzt worden. echt schade, denn soundeffekte und musik können überzeugen. sie passen zum ambiente. deswegen schnell auf die englische sprachausgabe umstellen. die detailarmut in manchen gegenden der 4 zu bereisenden inselgruppen und das monotone lassen sich leider nicht so leicht abschalten. dazu gesellen sich technische unzulänglichkeiten wie frameraten-einbrüche und probleme bei der kollisionsabfrage. außerdem hätte sich ein coop-mod vielleicht angeboten. dabei würde es sich anbieten, dass mehrere mit mehreren helden durch die inseln ziehen und die sau rauslassen. auf der anderen seite muss das nicht immer ein cooles feature sein, wie etwa „fable 2“ zeigt. dennoch wäre es als einfach als möglichkeit schön gewesen. genauso wie online-arenen-matches. so ist es nur was für allein-zocker.

„rise of the argonauts“ verbindet rollenspiel und action adventure. das macht es sehr ordentlich, wenngleich sich der rsp-nerd vielleicht mehr rsp-elemente und der action-freund vielleicht mehr kloppereien wünscht. die story und das setting sind sehr gelungen, die spielzeit mit bis zu 15 stunden in ordnung und das gameplay in weiten teilen ok. es sind die bugs, die technischen fehler und , die negativ auffallen und eine bessere wertungen verhindert. irgendwie hat man das gefühlt, dass das alles nicht hätte sein müssen. aber wenn man ein spiel eben unbedingt vor weihnachten herausbringen will, leidet zuweilen eben die qualität. schade eigentlich. dennoch bleibt der eindruck eines gelungenen genre-mixes, aus dem man aber mehr hätte machen können. schon allein deswegen hoff ich auf einen zweiten teil.

auf in die antike und ins netz: http://www.codemasters.de/argonauts