RESISTANCE 2

pusbisher: sony entertainment

vö: 03.12.08

system: ps3

wertung: 9.3 von 10


   

was, wenn es die weltkriege nie gegeben hätte? was, wenn die menschheit in der mitte des letzten jahrhunderts ganz andere probleme gehabt hätte? was, wenn sie von einem, von aliens entwickelten virus, der in der erde lagerte, in bestien verwandet worden wäre, der sich immer weiter ausbreitet und droht, die menschheit auszulöschen? dann wird es zeit, wiederstand zu leisten und das infizierte getier, das unsere existenz bedroht, in den hintern zu treten. das tun wir bei „resistance 2“ zum zweiten mal. und dieses mal macht es noch mehr spaß.

wie im ersten teil spielt ihr den us-offizier nathan hale. er ist der einzige amerikanische soldat, der die befreiung großbritanniens von den chimera durch die us- und uk-truppen überlebt hat. das hat er vor allem der tatsache zu verdanken, dass er das chimera-virus in sich trägt. normalerweise verwandeln sich die menschen, die ihn haben, auch in die bestien, doch bei hale hat die infizierung nur eine gewisse verbesserung seiner fähigkeiten zur folge. aus angst vor einer womöglich verspätet stattfindenen mutation hales nimmt ihm eine eliteeinheit aus den staaten aufs korn – im wahrsten sinne des wortes. mit diesem cliffhanger endet teil 1 und startet teil 2 direkt wieder.

wer den vorgänger gezockt hat, wird also direkt, wie es in der fernsehsprache so schön heißt, abgeholt. das bringt von anfang an eine ungemeine dynamik rein. vor allem, als klar wird, dass hale zumindest für eine gewisse zeit noch voll einsatzfähig ist und zurück nach hause muss. denn die feinde, die inzwischen europa einverleibt haben, wollen sich jetzt amerika vornehmen. dort hat sich der widerstand (haha) schon gebildet, doch es fehlt so an den über-soldaten, die der gefahr von innen so richtig in den hintern tritt und die menschheit vor der drohenden ausrottung rettet. aber jetzt ist ja hale wieder da und wird teil der sentinels, einer bestens ausgestatteten spezialeinheit. an der ist es nun, die chimera in ihre schranken zu weisen.

ob das gelingt, erfahrt ihr erst, nachdem ihr eine story mit einigen wendungen, fesselnden sequenzen und mächtig großen gegnern durchgespielt habt. die geschichte wird dabei nicht wie gehabt von einer off-stimme und zwischensequenzen vorangetrieben. diesmal wird die story, ähnlich „medal of honor“, direkt beim zocken vorangetrieben. man kriegt im kriegstreiben gesagt, wo gerade was wichtiges passiert ist und welche folgen im sinne von missionszielen es für einen selbst hat. da muss man schon aufpassen, dass man auf dem laufenden bleibt und nicht irgenwelche aufgaben erfüllt, gar nicht weiß, warum, und so aus dem erzählstrang aussteigt.

weniger kompliziert gestaltet sich der einstieg in die action. selbst ohne „resistance“-vorwissen werden einigermaßen shooter-erprobte gamer die steuerung leicht einvernehmen. jeder, der schon mal im wiederstand war, braucht gar keine einübungszeit, da sich nichts verändert hat. dagegen hat sich was bei der health-anzeige getan: der in vier teile gespaltene gesundheitsbalken ist abgeschafft worden und gegen die inzwischen gängige rotfärbung des bildschirmrands und dem lauteren schlagen des herzes ersetzt. schade eigentlich, denn das suchen nach medi-packs hat eine schöne taktische komponente ins spiel gebracht. und an noch etwas müsst ihr euch gewöhnen: an gute npcs. eure mitstreiter sind jetzt nicht mehr kanonenfutter, sondern als kriegsmaschinen unterwegs, die ganz schön aufräumen können. ob’s daran liegt, dass jetzt amis und nicht mehr tommys kämpfen ;)?

jedenfalls ist das schon notwendig, denn die ki der chimera und die massen, in denen sie auftreten, machen es einem nicht leicht, die levelabschnitte zu erreichen. leider erweisen sie euch manchmal auch bärendienste, in dem sie in ein virtuelles wespennest stechen und feinde ohne notwendigkeit anziehen. gleichzeitig rennen sie weiter und ihr dürft dann sehen, wie ihr mit der meute zurecht kommt. beim zurecht-kommen wird euch das äußerst gefällige waffenarsenal helfen. unter anderem sind die zweckentfremdeten bohrer und karabiner-hacken samt sekundärfeuer wieder mit von der partie, aber auch ein laser, der die großen kontrahenten kleiner macht. mit groß mein ich hochhaus-groß. manche roboterartigen feinde sind schon bei mehreren hundert metern abstand zu sehen und sie sehen echt gut aus. richtig gut. wie der rest des spiels auch.

die grafik überzeigt durch schön gestaltete texturen. hier und da wirken sie etwas verwaschen und so ganz ohne artifakte geht es auch nicht, aber angesichts der vielen kleinigkeiten, die sich auf dem bildschirm abspielen, ist das ok. neben den absolut beeindruckenden riesen-angreifern ist die sky-box extrem gut gelungen. man hat zu keinem moment den eindruck, nur einen starren hintergrund zu sehen. es wirkt, bis auf einen defence-abschnitt in der mitte des spiels, auf dem stand der dinge und voller leben. auch der sound überzeugt: zwar macht es sinn, den sound etwas herunter und die (gelungene) deutsche sprachausgabe hochzudrehen, weil, wie gesagt, die story im spiel weitergeführt wird, aber das ist es auch schon mit dem negativen. die waffen klingen wie sie sollten, die geräusche und geschreie während der kämpfe sind stimmig und die vereinzelt herumliegenden radios, aus denen swing der 50er erklingt, tun ihr übriges zur atmosphäre. beim einsetzen der etwas bombastischeren klänge, wir klar, dass ein großer bösewicht ansteht. das trampeln der kolosse ist sogar nicht nur akustisch, sondern auch über die rumble-funktion des controllers vernehmbar. übrigens spührt ihr auch, wie eure knarre nachgeladen wird. sehr gut gemacht. im technischen breich könnte man höchstens bemängeln, dass das spiel in dunklen abschnitten zu dunkel ist. die kleine taschenlampe reist da auch nicht viel. es sind noch keine „doom 3“ verhältnisse, dennoch wär’ ab und an ein wenig mehr kontrast angebracht gewesen.

und als gäbe es nicht schon genug lob, kommt jetzt erst die perle des spiels: der multiplayer. der spielt sich echt, als sei der komplette titel darauf ausgelegt worden. ihr dürft in spielmodi wie capture the flag, deathmatch, tdm und den reaktor-modus, bei dem teams versuchen müssen, einen energie-tower möglichst schnell in die luft zu jagen. ihr könnt dabei immer nur zwei waffen tragen, müsst euch also am anfang und während der respawn-zeit entscheiden, ob ihr eher auf die distanz mit sniper-gewehren, im näheren kampf mit mgs, als heilender medic oder mit den dicken brummen gegen die ganz großen antreten wollt. das erfordert ein gewisses maß an taktik und geht in richtung „cs“. bei online-auseinandersetzung mit bis zu 60 (in worten: sechzig!) spielern geht es immer zur sache, wobei die server, die leider noch ein paar kleine kinderkrankheiten haben, in sechsersquads aufteilt. auch hier ist übersicht gefragt. komischerweise wurde der offline-splitscreen für mehrspieler-spaß eingestampft, sodass nur noch in der kampage zu mehreren an einem fernseher gezockt werden kann. schade eigentlich, jedoch tröstet die zusätzliche online-coop-kampagne über den verlust hinweg.

um es nach diesen langen absätzen kurz zu machen: „resistance 2“ ist nahe am perfekten shooter. entwickler insomniac hat es geschafft, den sehr guten ps3-lauchtitel noch einmal aufzubohren. die story zieht einen mit, das gameplay ist solide und die grafische präsentation zuweilen bombastisch, auch wenn hier und da ein wenig mehr liebe zum detail schön gewesen wäre. warum die tam-ki manchmal übereifrig ist und der unterhaltende offline-kampagnen-modus weichen musste, wissen wohl auch nur die macher. über die neue art der health-anzeige lässt sich ebenfalls streiten, aber das ist einfach ansichtssache. stören tut’s auf keinen fall. und wenn man die riesigen gegner sieht, ist einem auch wurst, wie gut es einem geht – man weiß, dass ein treffer das ende bedetet. der multiplayer rockt so ziemlich alles weg, was gerade und könnte „cod 4“ als wohl erfolgreistes ps3-mp-game gefährlich werden. alles in allem muss man als shooter-freund den titel gespielt haben - und sich gleich wieder auf (kleiner spoiler!) teil 3 freuen, der im anbetracht des endes vielleicht sogar tatsächlich in planung ist...

 

wie das spiel, so die seite - nur für erwachsene!
www.resistance-game.com