RAINBOW SIX VEGAS 2

publisher: ubisoft

vö: 08.05.08

system: ps3, xbox360, pc

wertung dt. version: 7.5 von 10 / sonst: 8.2


   

zurück in vegas - der stadt, die von terroristen gerade als geisel genommen wird und von euch gefälligst befreit werden will. dafür ein lautes „gogogo“, jedoch mit einschränkungen.

was bisher geschah: obwohl wir am staudamm die böse rakete entschärft haben, endete der erste einsatz in der stadt des glückspiels eher unbefriedigend. die meisten terroristen hatten wir zwar ins digitale nirwana geschickt, aber die oberfieslinge, allen voran ein verräter aus den eigenen reihen, sind entwischt. oder war der der kopf der tangos? ist ja auch schon gut 1,5 jahre her, als wir zum ersten mal durch die strassen von vegas gehuscht sind. und direkt an das geschehen damals anknöpfen tut die fortsetzung eh nicht.

zuerst werden wir nämlich in eine andere zeit und in einen anderen ort verfrachtet. fünf jahre vor dem halb-missglückten einsatz macht eine rainbow six-einheit die pyrenäen ihren abschlusstest. wenn die mit bravur gemeistert ist, darf die 3er-truppe um den elitesoldaten bishop, den ihr natürlich spielt und eigentlich schon in rente sein sollte, echte einsätze übernehmen. ein solcher einsatz führt das trio eben jahre später nach nevada. parallel zu dem squad, dass wir aus dem im ersten teil kennen, versucht auch ihr, sin city von der terrorgefahr zu befreien – allerdings an anderen ecken. weil ihr am ende des spiels aber eben nicht bei der rakete, sondern hinter dem anführer her seid, gibt es dieses mal auch die chance auf ein happy-end.

doch vor dem showdown liegen viele kilometer fußweg und zu allererst eine stattliche ladezeit. es dauert schon eine weile, bis die ps3 die basic-daten auf der festplatte hat und das hauptmenü erscheint. die auswahl dort beschränkt sich auf das nötigste. mehr als die entscheidung zwischen solokampagne, multiplayer, charaktereinstellungen und was ins inventar soll, muss eh nicht ins anfangsbild.

es macht durchaus sinn, erst einmal die einspielermissionen durchzuzocken. nicht nur, um ein wenig übung zu bekommen. während eures mit leichen gepflasterten gangs durch vegas sammelt ihr erfahrungspunkte, die euch besser werden lassen und die ihr auch mit in den multiplayer nehmt. mit ihnen schlatet ihr ausrüstungsteile wie schutzweste frei. wer gerade keinen bock drauf hat, erfahrung zu sammeln, darf seine kameraden in die mit terrors gespicken räume und orte schicken. die machen ihren job normalerweise richtig gut. so gut, dass man auch einfach ein paar kommandos von irgendwo geben kann und die anderen räumen auf. ob das der sinn eines fps ist? wohl eher nicht. deswegen werdet ihr oft genug das zucken am abzug nicht unterdrücken. außerdem sind die kollegen richtig dumm, wenn ihr ihnen keinen befehl gebt. da kanns schon mal vorkommen, dass ihr irgendwas stürmt und euer anhang tut trotz extremstem bleihagels absolut nix.

stumpf nach vorne rennen ist in den acht missionen sowieso nicht drin. die ki ist alles andere als dumm und weiß, dass dieses mal durch dünne wände ö.ä. geballert werden kann, wie man deckung gibt, sich hinter hinternissen versteckt oder von der flanke angreift. da setzt das taktik-element ein: erst mal, wie im ersten teil, mit der kleinen snake-cam die lage hinter den türen checken, die tangos markieren und los geht’s. oder auf offenem gelände ein paar rauchgran8s geworfen, nachtsichtgerät an und die bösen an ihrem wärmebild erkennen und eliminieren. dabei müsst ihr leider zu selten angst haben, durch die beschränkte sicht die glammerwelt um euch herum zu verpassen. so vegas-typische areale wie bei rsv1 sind spärlich. klar geht’s hier und da in casinos oder theatersäle. oft schleicht ihr aber durch montone lagerhallen und büroräume, die zuweilen aus lieblos anmutenden texturen zusammengesetzt wurden, das glückspiel-flair nicht transportieren, und deswegen irgendwo auf der welt sein könnten. dafür sind die figuren im spiel detailliert und die besonderen locations schön. wenigstens was. dummerweise brechen dann da gerne die frames von zeit zu zeit ein. grummel. die atmosphäre wird selbst an tristen stellen von sound gerettet. die knarren klingen jederzeit realistisch und wenn glas zerspringt, kann schon mal eine unbedarfte mami fragen, ob gerade was kaputt gegangen ist. nur die dialoge sind manchmal etwas zu leise und wirken hier und da gelangweilt. an der steuerung ist ebenfalls nichts auszusetzen. nach einer weile geht sie in fleisch und blut über.

im gegensatz dazu müssen deutsche spieler beim multiplayer extrme abstriche machen. denn in der version, die in dem rest der welt erscheint, ist das oben erwähnte erfahrungssystem deutlich ausgeprägter. gute aktionen schalten waffen und klamotten frei – in deutschland hat man schon das ganze waffenarsenal. und weil das unfair ist, dürfen die deutschen auch nur auf deutschen servern gegeneinander antreten. eine sauerei. danke an usk & co., die den guten mehrspieler-modus so verstümmelt haben. wenigstens der koop-mode, bei dem 2 spieler einem squad beitreten und gemeinsam agieren können, bringt mehrspielerfreude.

diese kastrierung macht „rainbow six vergas 2“ zusammen mit den wenigen innovationen, der fordernden action und eigentlich guten ki aller bots zu einem grundsoliden shooter, der laune macht, dem der gewisse kick fehlt. eine kaufempfehlung gibt’s trotzdem. vor allem an diejenigen, die an die ungeschnittene version rankommen. und an die, die den ersten teil durchgezockt und für gut befunden haben. zwar fehlt die bildgewalt, aber letztendlich nimmt dieses missionpack den spass von rsv1 auf. außerdem könnt ihr dem verräter am ende in den hintern treten. oder etwa doch nicht...?

schöne screenshots und mehr info unter: http://rainbowsixgame.de.ubi.com


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