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PURE

pusbisher: disney interactive

vö: 25.09.08

systeme: ps3 (getestet), xbox360, pc

wertung: 8.6 von 10


   

drei wörter: holla die waldfee! ein racer, bei dem ihr mehr zeit in der luft als auf den strecken verbringt, sieht man nicht alle tage! doch genau das ist ist „pure“. der arcade-racer marke „motorstorm“ meets „mx vs atv“ meets „ssx“ meets „burnout“ verlangt von euch, eure vierrädrigen gelände-atvs sowohl im schlamm, auf sand und auf steinen in griff zu haben. ihr solltet aber auch wissen, wie sich der ps-starte metall-esel in ungeahnten höhen ohne bodenberührung verhält, damit ihr auf ihm, wenn es über die zahlreichen klippen und schluchten geht, einen handstand, einen superman oder einen rockstar machen könnt. denn speed ist genauso teil des spiels wie style. die strecken sind nämlich mit zahlreichen gabs und schanzen bestückt. während ihr also auf dem terrain versucht, die gegner mit gekonnten manövern und dem möglichst häufigen und langen druck auf den gas-knopf hinter euch zu lassen, geh es bei den sprüngen darum, zwischen dem verlusts des bodens unter euren rädern und der landung immer neue stunts zu bringen, um die konkurrenz alt aussehen zu lassen. wie sich euren stylischen verrenkungen auf eure platzierung auswirken, kommt darauf an, welchen modus ihr spielt.

grundsätzlich sind zwei spielarten voneinander zu unterscheiden: rennen und freestyle. beim rennen könntet ihr tatsächlich einfach so von a nach b fahren. nur verschlechtert das eure aussichten, als erster die zielline zu überqueren. denn jeder gelungene trick lädt eure boost-leiste auf. je voller die ist, desto höher katapultieren euch die schanzen in den himmel und desto stylischere tricks könnt ihr machen. ist die leiste voll, wird ein spezialtrick freigeschaltet, der in slowmo abläuft und noch mal extra power gibt. das gleiche system findet ihr im freestyle wieder – nur mit zusätzlichen anreizen, die hangtime auszureizen. hier zählen in erster linie punkte, die ihr mit der kombination von tricks und durch das aufsammeln von, meist nur durch sprünge erreichbaren extras auf euer konto bekommt. unter den extras befinden sich auch sprit-boni. diese ab und an aufzugabeln ist ein muss, denn beim freestylen kann euch sonst schnell das benzin ausgehen, was gleichbedeutend mit dem ende der rasanten jagt nach punkten ist.

die worldtour das herzstück des singleplyer-spiels. hier müsst ihr auf 12 verschiedenen locations insgesamt 50 rennen und herausforderungen möglichst erfolgreich bestreiten, deren schwierigkeitsgrad sich stetig erhöht. es braucht schon eine weile, bis man die durch hat. dennoch hätten die entwickler noch etwas mehr reinpacken können, zumal sich die geforderten aufgaben gegen ende doch gerne wiederholen. aber es gibt ja zum beispiel neben den angesprochenen freestyle-events noch die sprints. das sind schnelle rennen mit kurzen runden, die mehr fahrerisches können als grandioses gepose in den wolken verlangen. last not least findet ihr im kampf um den titel des coolsten piloten sicher auch online immer wieder neue aufgaben in form von rennen. bis zu 16 adrenalin-junkies können sich im technisch ausgereiften multiplayer miteinander messen. leider gibt es keinen splitscreen für 2 spieler, couch-rennen folglich nicht drin.

die atvs lassen sich grundsätzlich gut kontrollieren und die steuerung, auch die während eines stunts, ist sehr intuitiv. es fällt leicht, den einstieg in das rennvergnügn zu finden. zur perfektion braucht es aber seine zeit, langweilig wird es also nicht. um allerdings auch das letzte aus dem eigenen gefährt zu holen, muss es modifiziert werden. dazu steht euch ein umfangreicher customizer zur verfügung, mit dem ihr jedes einzelne und mit der zeit freispielbare teil eures bikes aussuchen, einfärben und zum teil mit stickern bekleben könnt. das dient nicht nur dazu, ein cool aussehendes geschoss zu basteln. vielmehr wirken sich die verwendeten teile auf die fahreigenschaften aus. benutzt ihr zum beispiel harte stoßdämpfer, werdet ihr nach einem sprung gut laden können, allerdings leidet das handling auf der strecke darunter. der baukasten macht also tatsächlich sinn und ist keine nichtsnützige augenwischerei wie anderswo. wer darauf keinen bock hat, lässt sich per knopfdruck von der cpu einen guten (aber eben nicht perfekten) boliden zusammenbauen, der sich in rennen bzw. in der luft behaupten kann. übrigens gibt es auch noch sieben fahrer zur auswahl, die für euch am lenker sitzen. jedoch unterscheiden sie sich in ihrem fahrverhalten nur unwesentlich, sodass es letztendlich egal ist, welchen avatar ihr wählt.

trotz der ständigen düsterei und hüpferei solltet ihr euch die zeit nehmen, euren augen über die abseits der piste wandern zu lassen und im flug die aussicht zu genießen. denn die grafik sieht einfach nur fett aus. die landschaften sehen aus, als seien sie für postkarten gemacht worden. das streckendesign ist gespickt mit alternativ-routen, die die länge der strecken abkürzen und glänzt mit details. umso erstaunlicher, dass das visuelle fest ohne frame-einbrüche läuft und weder von clipping-fehlern noch von problemen bei der kollisionsabfrage heimgesucht wird. so solls sein. dazu kommt ein treibender soundtrack, der aus house-, rock- und hiphop-stücken besteht und sich zusammen mit dem röhren der maschinen und den sprüchen der fahrer nahtlos in die atmosphäre einfügen.

das gameplay bleibt immer genau so flüssig wie die optik. die stunts gehen in das fahren über, als wären sie das normalste auf der welt. das wechseln zwischen dem reinen fahren, dem fahren mit boost und dem fliegen lassen verschiedene strategien zur erfolgreichen bewältigung der runden zu. haut es euch doch mal vom vierräder, weil ihr einen sprung nicht weit genug setzen konntet oder die fordernde ki euch abgedrängt hat, geht es relativ zügig wieder zurück auf die strecke. das momentum, der rausch der geschwindigkeit geht also nie verloren.

freunde von realitätsnaher vollgas-wettkämpfe sind bei „pure“ falsch. der titel ist der reine spielspass, der gekonnt renn-action mit unglaublichen flugeinlagen verbindet. technisch solide und grafisch ein genuss macht es dank dem soliden gameplay und der einfachen steuerung süchtig – so süchtig wie eine achterbahn, in die man nach einer fahrt gleich wieder einsteigen will. und genauso fühlt sich das brausen durch stock, stein und die luft an. man hätte sich vielleicht mehr strecken und insgesamt mehr abwechslung gewünscht, aber vielleicht haben die programmierer schon beim bauen des spiels gemerkt, dass sie gerde an etwas sehr unterhaltsames sitzen und sich ein paar ideen für „pure 2“ aufgespart. hoffen wir es! wieder drei wörter.

 

die seite geht gut ab: www.disney.de/disneyinteractivestudios/pure/