LEGO INDIANA JONES - DIE LEGENDÄREN ABENTEUER

publisher: lucasarts

vö: 05.06.08

system: alle (getestet auf xbox360)

wertung: 7.9


   

dass die kleinen lego-klötzchen nicht nur die heranwachsenden im „echten leben“ faszinieren können, hat schon mit ihrer der „star wars“-saga bewiesen. nun wurden die ersten drei indy-filme durch ihre computer gezogen und in ein mehr als nur kurzweiliges spiel für zocker jeden alters verwandelt.

was braucht eine spielfigur, um als indiana jones erkannt zu werden? einen hut, eine lederjacke, eine peitsche. vielleicht noch einen 3-tage-bart. bestimmt nicht mehr. von daher ist es ein leichtes, den superman unter den archäologen mit einfachen mitteln dazustellen: braune klamotten, eine zusammengerollte pixel-rute und die obligatorische kopfbedeckung. das kann man selbst mit einem lego-männchen machen. hat man - und es funktioniert.

im zuge des neuen indy-film hat sich entwickler traveller’s tales in „lego indiana jones“ den alten abenteuern von indiana jones abgenommen und in die welt der kleinen bastelsteine verfrachtet. die so gut wie komplette welt. allen voran die wohl bekanntesten szenen mit dem riesigen steinball, der indy durch ein höhlenlabyrinth hetzt, die kohlekarren-verfolgungsjagt durch einen steinbruch und die prüfungen, die auf der suche nach dem heiligen gral absolviert werden müssen. natürlich sind diese schlüsselmomente etwas anders aufbereitet worden, damit sie innerhalb eines games einen würdigen stellenwert (soll heißen: lange sequenzen, bei denen normalerweise mehr und schneller reagiert werden muss) erhalten.

wie in den fabelhaften, weil ungewohnt heiteren und selbstironischen lego-varianten der „star wars“-reihe dürft ihr mit indy und einem zweiten charakter durch die schön animierten, wenngleich manchmal perspektivisch etwas uneinsichtigen landschaften steuern. jeder protagonist hat bestimmte fähigkeiten: die nervige tänzerlin willie aus teil 2 schreit so laut, dass die feinde eine zeit lang nichts machen können. andere können buddeln oder sachen reparieren. indy macht natürlich mit seiner peitsche den bösen den garaus, schwingt sich aber mit ihr gleichzeitig an bestimmten stellen über löcher oder schluchten und kann damit alles mögliche aus der ferne zerdeppern.

für den nahkampf reicht buttonmashing, damit die fäuste sprechen. ist ebenso effektiv, birgt allerdings die gefahr, dass die angreifenden gegner ebenfalls treffen, lebensenergie abziehen und sich die figuren letztendlich in ihre einzelteile zerlegen und die gesammelten blau-, gold- und silbersteine wie einst bei sonic verflüchtigen. die braucht es aber, um den für lego-games obligatorischen fortschrittsbalken zu füllen. erst, wenn sie voll sind, kann ein abschnitt zu 100 % gelöst und boni freigeschaltet werden. sie befinden sich in jedem zerstörbaren teil in den levels. von daher muss man mal eine weile immer schön artig alles kaputt hauen, aufpassen, nicht selbst das zeitliche zu segnen und schon ist der balken voll.

häufig ist das ebenso wenig problematisch, wie die kleinen rätsel, die in erwachsenenaugen oft – nicht immer! – recht leicht sind. das stört als reifer spieler nicht wirklich, auch wenn das häufige bauen von lego-leitern, -brücken, -trampolinen, -gerätschaften usw., das ohne die macht der jedi-ritter nicht einfach zusammenteleportiert wird, sondern mit den händen in gewissen momenten etwas monoton rüberkommt. doch so werden auch die kleinen nicht irgendwann frustriert heulend in der ecke sitzen, weil sie nicht weiterkommen. so ist familien-unterhaltung eben. deswegen gibt’s zudem keine nazis zu verprügeln. die feindschaften aus dem 1. und 3. teil der indy-reihe sind durch neutrale truppen ersetzt worden. bedenkt man, dass vor allem nummer 3 von dem konflickt gegen die braunen lebt, ist das mutig, aber, ohne zu viel preis zu geben, richtig gut gelöst.

im gameplay selbst hat sich ansonsten im vergleich zu „lego star wars“ nicht viel geändert. noch immer rennt man mit 2 hauptdarstellern (einer wird direkt gesteuert, der andere von der ki) durch die gänge und wälder und kann ihre fähigkeiten nutzen, um zu punkten oder einfach weiterzukommen. allerdings müssen die beiden nicht mehr auf einer ebene und direkt beieinander agieren. durch das sogenannte free-tagging können sie an verschiedenen stellen des bildschirms sein. das eröffnet neue möglichkeiten, fallen zu umgehen oder türen zu öffnen.

große sprünge wurden bei der grafik nicht gemacht – die brauch es auch nicht. alles, was verprügelt, bewegt oder in 1000 teile zerschlägen werden kann, ist in legobausteinen dargestellt. der hintergrund ist mit oft mit farbenfrohen landschaften oder atmosphärischen gewölben dargestellt. nicht immer ist ersichtlich, wo man indy und co. hinschicken kann, aber die wege zu schätzen und zum weiterkommen zu finden, ist eben ein weiterer teil des gameplays. der sound wird in erster linie von der originalmusik der filme getragen. wenn das indy-thema angespielt wird, färht es den fans unweigerlich durch mark und knochen. richtig gesprochen wird nicht. die figuren geben höchstens eine wort und ansonsten nur komische, aber komischerweise immer zu situation passende laute von sich.

es ist dieser unglaubliche charme, der die lego-reihe so klasse macht. der mix aus action und humor, der die filme auszeichnet, wurde 1:1 übernommen. konnte es auch, weil die stories um den typen mit dem hut ohnehin sehr comichaft geschildert werden. nichtsdestotrotz haben es die entwickler geschafft, die vorlage (u.a. mit hilfe der anspielungen an das original, die kenner lieben werden) auch so umzusetzen. ob es einer next-gen-optik bedarf, um ein adventure mit klötzchenfiguren darzustellen, braucht nicht entscheiden zu werden: der spass steht im vordergrund. egal, auf welcher plattform indy die peitsche schwingen darf. so kommt selbst beim wiederholten zocken immer noch spielspass auf, wobei die suche nach allen schätzen in allen levels eigentlich schon lange genug dauert.

doch bis zum september sollten junge, jung gebliebene und indiana jones liebende zocker, denen das spiel wärmstens zu empfehlen ist, dann doch mal durch sein. schließlich steht ihne und der rest der gamerschaft mit „lego: batman“ im herbst den nächsten fun-titel ins haus, der ebenso unterhaltsam sein wird.

die lustige seite zum lustigen spiel: http://indianajones.lego.com


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