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JUST DANCE 2

Publisher: Ubisoft

System: Wii (Test)

wertung: 8,6 von 10



   

Wenn sich ein Spiel mehr als drei Millionen Mal verkauft, muss man kein Hellseher sein, um eine Fortsetzung vorauszuahnen. So kommt dann auch gut ein Jahr nach Teil 1 „Just Dance 2“heraus. Die Idee bleibt natürlich dieselbe, aber kleine Veränderungen finden Tanzfreunde dann doch. Und die machen aus dem Spiel vor allem ein Mehrspielervergnügen.

Möbel beiseite geschoben, WiiMote festgezwirrnt und die Hüften gelockert! „Just Dance 2“ will den D! in euch wachküssen. Dabei kommt das bekannte Spielprinzip zur Anwendung: Auf dem Bildschirm gibt ein stilisierter Tänzer oder ebenso lebhafte Hupfdole ihr bestes in Sachen Choreographie. Ihre Tanzbewegungen gilt es möglichst exakt mitzumachen. Ich vermeide den Begriff nachahmen, denn es soll ja parallel stattfinden. Das klappte im ersten Teil nicht so gut, weil, wenn man die Choreos nicht gerade auswendig gelernt hat, die Bewegungen erst im Moment gemacht werden konnte, als sie auf dem Bildschirm erschienen. Das wurde verbessert, denn nun läuft unten ein kleines Vorschauband durch, auf dem in etwa zu sehen ist, was gleich zu tun sein wird. Eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung. Ebenfalls neu ist, dass man zu den Songs dank der Untertitel lustig mitträllern kann, auch wenn man den Text bislang nicht auswendig kannte. Also quasi ein kleines Singstar-Feature extra.

Getanzt wird zu insgesamt 45 Tracks, weitere werden als Download angeboten. Netterweise hat Ubisoft schon ein paar kostenlos nachgeschoben, für diekostenpflichtigen werden 300 Wii-Points fällig. Aber mit den Vorhandenen lässt sich schon viel Spaß haben. Die musikalische Bandbreite geht von Pop über HipHop bis hin zu 80ern und Rock. Katy Perry trifft die Beastie Boys, Boney M. trifft auf Elvis, Fatboy Slim trifft auf Donna Summer. Es sollte für jeden was dabei sein. Einige Titel sind nur nachgesungen, tut aber dem Vergnügen keinen Abbruch. Den gilt es auch bei (zumindest anfänglich) punktetechnisch nicht so erfolgreichen Durchgängen zu behalten. „Just Dance 2“ ist anspruchsvoller als sein Vorgänger. Die Punkte, die es für gelungene weil richtig umgesetzte Moves gibt, fallen nicht mehr so leicht. Es erfordert Übung, die manchmal recht komplexen Schritte wie gedacht zu machen und je nach Titeln kann es eine ganze Weile dauern, bis sich der Lernerfolg einstellt. Als Newcomer mag man sich hier und da überfordert fühlen. Aber es gibt auch Freestyle-Parts, wo eh jeder machen darf, was er will. Da kann man aufholen. Doch für die höchstmögliche Wertung muss man mehrere Dance-Kombos in Folge meistern. Dann ist man „On Fire“ und ein Multiplikator treibt die Punktzahl in die Höhe. Und irgendwann gibt’s dann in der Endabrechnung vielleicht doch mal die maximal erreichbaren fünf Sterne.

Wie das bei Partyspielen so ist: Alleine vor dem TV-Gerät zu hüpfen kann auf Dauer etwas langweilen, wenn man dann alle Choreographien drauf hat. Wohl auch deswegen wurde ein „Just Sweat“-Modus eingebaut. Es soll als tägliches Mini-Workout dienen. Je nach Intensität gibt das Spiel dem Trainingswilligen ein bis fünf Songs pro Tag vor, die sie auf Trapp halten. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass das Spiel im Multiplayer einen deutlich höheren Fun-Faktor hat. In der Gruppe mit bis zu vier Leuten darf entweder normal oder abwechselnd mitgetanzt werden, um in 2er-Teams oder als Solist den Highscore zu holen. Amüsant wird es vor allem, wenn im „Simon sagt“-Modus die Schrittabfolge durch plötzliche Kommandos wie Drehen, Klatschen oder Springen unterbrochen wird. Ein heilloses Durcheinander ist da oft die Folge - und viel Gelächter. So gehört sich das bei Partys.

Das Spiel lebt von diesem Vergnügen. Die optische Präsentation, obwohl schön schrill und gelungen, aber eben auf Menü und Video beschränkt, steht nicht wirklich im Vordergrund. Die Zappelphillips und ihre Bewegungen sind gut zu erkennen, die aktuellen Punkte sowie die Texte der Songs immer lesbar. Was will man mehr? Dazu kommt die nicht wirklich präzise, aber häufig passende Abfrage der Steuerung. Manchmal hat man das Gefühl, man habe exakt den verlangten Schritt gemacht, doch die Wertung bleibt aus. Das passiert aber nicht so oft, dass Frust aufkommt. Und das mag daran liegen, dass ja nur die Position der WiiMote in der Hand abgefragt werden kann. Theoretisch lässt sich als leicht schummeln. Aber da beschummelt man sich ja selbst. Deswegen würde man sich des Spielsinns berauben.

 

 

Fazit:

Wer den ersten Teil mochte, wird „Just Dance 2“ lieben. Sinnvolle Änderungen und Erweiterungen machen es zu einem besseren Spiel. Musikgeschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber bei über 40 Tracks sollte für jeden was Tanzbares dabei sein. Für Alleinunterhalter nicht unbedingt mit Potential zu Dauerbeschäftigung ausgestattet, macht es sich als Partyspiel für zwei oder mehr zu einem schön verpackten Klasse-Titel, der etwas Übung abverlangt.

 

Der Link zum Spiel: www.justdancegame.com