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HAZE |
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ein in der zukunft angesiedelter shooter. hum. klingt nun nicht sonderlich innovativ. solange die story stimmt und abwechslungsreich ist, darf vom urzeit-dschungel über ein akutelles szenario bis zur weltraumbasis auch gerne alles als schauplatz für schusswechsel herhalten. aber genau die story ist es, wodurch sich „haze“ von der masse absetzen will: es geht nicht nur darum, als teil einer armee die feinde zu besiegen. es geht darum zu erfahren, dass man teil einer kriegsmaschinerie ist, die hinterfragt werden sollte. parallelen zur momentanen politik einzelner staaten und staatsmännern sind bestimmt kein zufall. von daher lässt sich der hintergund des spiels nicht schlecht an. es geht nämlich um shane carpenter, den überraschenderweise ihr spielen dürft. der mann hat sich erst vor kurzem von mantel global industries anheuern lassen. das ist einer der konzerne, die die usa regierungen in nicht allzu ferner zukunft (das siel ist im jahr 2048 angesiedelt) in konflikte auf der ganzen welt schickt, um sich die hände nicht schmutzig zu machen. der führende private military concern entwickelt aber nicht nur mordswaffen und verfügt über eine mordsarmee. er ist gleichzeitig auf dem gebiet der pharmaentwicklung zuständig. die abteilung hält für carpenter und co ein ganz besonderes erzeugnis bereit: sie liefert „nektar“ an ihre kollegen von der sturm-und-drang-fraktion. das ist eine droge, die die sinne schärft, verletzungen schneller heilen lässt und jeden user insgesamt robuster macht – und arrogant. sie fühlen sich unverwundbar und killen mit lockeren sprüchen auf den lippen. das ist eigentlich so gar nicht die art von carpenter. er ist eher ruhig und so gar keine tötungsmaschine. eigentlich fragt er sich, was er eigentlich bei mantel macht. und das bringt den spieler dazu, warum man eigentlich so einen naivling verkörpert. weil er das nicht erklärt bekommt und carpenter im laufe des spiels auch nicht wirklich stellung bezieht, baut sich eine gewisse distanz zwischen dem zocker und seinem alter ego auf. aber sei’s drum – der masterchief will auch nicht gemocht werden. ok, der vergleich hinkt. jedenfalls gibt der chef von mantel die order aus, ein südamerikanisches land von einer revoluzertruppe names promise hand zu „befreien“. wieso und warum hat die truppen und damit euch nicht zu interessieren. mit einer dosis nektar fällt das nicht sonderlich schwer. aber der gegner ist, zumindest in der theorie, nicht dumm und macht sich die negativen eigenschaften zu nutze. denn wer sich zu viel von dem zeug durch den so genannten nektar-administrator auf dem rücken der soldaten verabreicht, kann freund und feind nicht voneinander unterscheiden und ballert somit gerne mal die kameraden über den haufen. das weiß die andere seite und versucht, mit nektar-granaten oder gezielten schüssen auf den administrator, den mantel-leuten eine überdosis zukommen zu lassen, damit sie sich gegenseitig auslöschen. oder aber die kontrollierte zufuhr mit einem schnitt durch den schlauch zu unterbinden, über den das nektar in die venen der nutzer pumpt. so nah kommen die rebellen ihrem gegenüber beispielsweise, in dem sie sich tot stellen und sie dann überraschen. da die drogenabhängigen soldaten die wirren und schreckensbilder des krieges nicht zu sehen bekommen, sehen sie auch keine (schein-) tote. ihnen nach der wiederauferstehung die knarren abzunehmen, ist ein leichtes. warum ich so ausgiebig von den rebellen reden? weil sich unser protagonist nach dem ersten drittel des spiels, und damit ist nicht zuviel verraten, von den aufmüpfigen guerilla-kämpfern überwältigt wird, ihre seite der geschichte rund um mantel und den bösen absichten der beauftragenden regierung erzählt bekommt und sich dazu entscheidet, die fronten zu wechseln. klingt doch eigentlich nicht schlecht. nun gut, ob ein shooter einen auf moral machen muss, sei dahingestellt. aber der ansatz ist ok. jetzt sollte noch das gameplay und die technik außenrum stimmten. die spielmechanik ist ok. wenn der drogenrausch einsetzt und ihr alle gegner als leuchtende objekte seht, ihr irgendwie schneller reagieren könnt als der rest, das zoomen euch jeden näher bringt – das sind schon coole effekte. es macht den titel teilweise etwas leicht, aber so ist das eben mit nektar. die überdosis geht auch ab wie schmidts katze. da gibt’s kein halten mehr. auf der anderen seite hilft nicht nur nektar bei der schnellen beseitigung der gegner. sie selbst helfen auch gern mit. denn was sich die ki (soldaten und rebellen) zum teil leistet, ist unterirdisch. die laufenmanchmal wie aufgeschreckte hühner durchs bild. ohne sinn und verstand. ein bisschen mehr taktik hätte man den bots vielleicht schon einbläuen können. die steuerung an sich ist gelungen. es dauert seine zeit, bis man das mit der richtigen nektar-dosis bzw. das timing für das tot-stellen raus hat, aber dann ist der marsch durch gestrüpp und häuseransammlungen ohne knopf-verwirrungen möglich. die vehikel zu steuern ist ungleich schwerer, denn sie wirken irgendwie bockig und es kommt kein echtes fahrgefühl auf. nicht so schlimm, da eh nicht viele kilometer motorisiert zurückgebracht werden. die grafik hat ebenso ihre licht- und schattenseiten. einerseits sehen die offenen geländen recht schmuck aus, wenngleich sich die dschungeleinlagen nicht mit „crysis“ oder so messen kann. richtig übel sehen manche städte (oder was von ihnen übrig blieb) aus. in den konzeptzeichungen siehen die landschaften sicher gut aus. die basics stimmen. aber bei der umsetzung haben die programmierer offensichtlich die details vergessen. es wirkt oft verwaschen und eine 720p-auflösung bei einem next-gen-titel ist dazu noch zu wenig. so was hinterlässt bei einem ps3-spiel einen negativen eindruck. die grafik ist wirklich nicht alles, nur erwartet man einfach mehr. vor allem nach dem hype, der vor dem verkaufsstart von „haze“ umging. zudem raubt es dem spiel schon recht viel atmosphäre. das plus und minus im spiel hält sich beim sound ebenso die waage. die (original-)syncro ist absolut stimmig, ebenso der klang der waffen. dagegen nerven die sich stängig wiederholenden sprüche der soldaten nach einer weile gewaltig und der sound der motoren klingt blechern. punkten kann „haze“ mit dem multiplayer. während die kampagne nicht allzu lang ist (geht aber noch), verspricht das spiel zu mehreren on- und offline langzeitspass. von jedem punkt des story-modus aus kann das spiel mit bis zu drei freunden als koop-game im split-screen gezockt werden. übers internet sind schlachten mit bis zu 16 leutchen möglich. die haben es in sich, denn beide parteien können hier ihre „spezialkräfte“ (nektar vs. iq) in die einsätze werfen. sowohl der deathmatch- als auch der team deathmatch-modus unterscheiden sich dadurch vom einheitsbrei. der team assault, in der eine gruppe vorgegebene ziele erfüllen muss, setzt dem ganzen noch das tüpfelchen auf das i auf. selten lagen die wertungen anderer games-seiten (ja, es gibt andere, aber die sind nicht so gut wie die hier) so weit auseinander wie bei „haze“. die einen hielten das spiel für fast unterirdisch, die anderen lobten es in den himmel. die wahrheit liegt wohl - wie so oft – irgendwo dazwischen. allein der rasante on- und offline-multiplayer sowie die nektar-effekte rechtfertigt eine schlechte bewertung eigentlich nicht mehr. genauso kann man auch keine bestnoten ziehen. dafür enttäuschen grafik und ki an manchen stellen zu sehr. unterm strich bleibt ein shooter mit netten ideen, ansprechender team-unterhaltung, nur eben mit technischen unzulänglichkeiten. die seite solltet ihr echt gesehen haben: http://hazegame.de.ubi.com/
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