TOM CLANCY'S H.A.W.X

pusbisher: ubisoft

vö: 05.03.08

system: ps3 (test), xbox 360, pc

wertung: 8.1 von 10



   

normalerweise - „end war“ außen vor gelassen - schlüpfen wir ja in tom clancy-spielen in die rolle eines soldaten, der sich zu fuß durch kriegsgebiete schlägt, bis der letzte terrorist ins digitale nirvana wandert. doch jetzt geht’s in die lüfte. in „tom clancy's h.a.w.x.“ dürft ihr als pilot den rücken euer verbündeten am boden freihalten, in dem ihr land-, wasser- und lufteinheiten des feindes mit vielen raketen und selbige mit gekonnter flugeinlagen ausschaltet.

wir befinden uns in der nahen zukunft. die staaten kämpfen nicht mehr nur gegeneinander, sie lassen auch kämpfen. dazu heuern sie private militärfirmen (private military company = pmc) an, die ihre regulären truppen unterstützen. ihr spielt nun david creenshaw, der mit seiner fliegerstaffel zu beginn ein paar anti-terroreinsätze mit bravur meistert. eine pmc, die artemis global security, wird auf creenshaw aufmerksam und will ihn plus kompagnons in ihrem dienst wissen. da sie ein sehr zuvorkommendes angebot machen, steigen der pilot und seine flügelmänner schon bald für artemis in die lüfte. in ihrem namen helft ihr der usa bei einigen missionen. alles ganz locker. bis eine andere pmc brasilien attackiert. ein krieg zwischen den firmen, die blind ihren interessen folgen, und damit auch zwischen staaten, die mit hineingezogen werden, bricht los, an dessen ende der einsatz von atomwaffen stehen könnte – wenn wir ihn nicht verhindern.

es gab schon bessere und in zwischensequenzen besser präsentierte plots aus dem hause clancy. aber als hintergrund für ordentliche dogfights reicht er auf jeden fall. bei denen sollte man keine realistisch simulierte flugstunden mit schießeinlagen erwarten. das spiel ist in seinen standarteinstellungen ein fast reiner action-titel, der sich ähnlich wie in einem ego-shooter handhaben lässt. nur, dass man sich im freien raum bewegt und dem gegner möglichst nahe kommen muss, um sie von radar zu erfassen. den rest erledigt ein klick auf den luft-luft-raketen-knopf. auch das steuern ist ein kinderspiel macht – zumindest, wenn eure flughilfe „on“ geschaltet ist. dann verfolgt ihr das geschehen aus creenshaws sicht oder aus einer kameraposition hinter dem flugzeug. jede bewegung wird direkt umgesetzt, wobei seitliche bewegungen durch eine kombination aus kippen und vertikalen ausgleich zustande kommen. ist die hilfe ausgeschaltet und ihr seid im sogenannten off-modus erinnert das ganze schon viel eher an eine simulation. hier ist wesentlich mehr training erforderlich, um am leben zu bleiben und kontrolliert in der gegend herumzudüsen. schon allerin, weil ihr alles über eine außenansicht im griff behalten müsst. dafür könnt ihr hier aber auch waghalsige loopings und enge kurven fliegen, die die hilfe nicht drauf hat bzw. wegen der gefahr des abdriftens verhindert. diese eigensteuerung wird euch ein ums andere mal den düsen-hintern retten, sofern ihr sie drauf habt.

außerdem gibt es im on-modus noch das enhanced reality system (e.r.s.). mittels projezierter dreiecke bekommt ihr die flugbahn eingeblendet, die man nehmen solltet, um euch an zu verfolgende jets heften zu können, einen zielanflug koordiniert, aber auch beim loswerden einer bedrohlich nahe kommenden rakete hilft. in gewissen situationen müsst ihr auf das inelligente system verzichten, mehr will ich dazu nicht sagen... on-modus oder nicht, e.r.s. oder nicht: wenn ihr die sonst einfach von der hand gehenden flugeinlagen, bei denen höchstens das stalling (= das verlieren der luftströmung) ein problem werden kann, in bodennähe oder zwischen häuserschluchten versucht, geht das meist nicht gut aus.

den start oder die landung übernimmt niemand für euch. wie auch? solche sequenzen gibt es gar nicht. die insgesamt 19, je rund 30 minuten langen kampagnen starten mit einer videosequenz, die euch eure mission näherbringt und angriffspunkte vorstellt. unnötig zu sagen, dass mitten im geschehen auch gerne mal weitere objectives auftauchen. jedenfalls endet das briefing damit, dass ihr den flieger und dessen bewaffnung wählt, die ihr für den auftrag am geeignesten haltet. dann geht es schon ins cockpit, wo kleine gespräche stattfinden, bis die ersten angriffe erfolgen. habt ihr mission geschafft, oder eine bestimmte punktzahl durch abschüsse erreicht, werdet ihr mit upgrades, boni, einer verbesserung eures persönlichen rangs und neuen fluggeräte belohnt. ist alles freigeschaltet, könnt ihr zwischen 50 jets und einem beachtlichten arsenal wählen. gäbe es doch ähnlich viel abwechslung beim leveldesign. oft beschränkt sich die handlung auf anflüge richtgung vorgegebenes primary, das entfernen der verteidigenden hubschrauber- und jetattacken, sowie der zerstörung von bodeneinheiten. gut, was erwartet man bei einem flug-action-game? aber vielleicht wären ein paar bossfights (so bewachte tank-flugzeuge mit extrapanzer oder so)schön gewesen. wie auch immer die ins clancy-universum gepasst hätten...

apropos: ein weiters manko, dass man dem spiel anrechnen muss, ist, dass auffällig viele ziele in der solokampagne stützpunkte, schiffe oder infantrie sind. wenn man einen „airborne-shooter“ holt, möchte man doch dogfights erleben, oder? das macht aber der multiplayer wieder wett. in ranglisten-gefechten oder gegen freunde könnt ihr bis zu 15 konrahenten durch und in die luft jagen. kein bock auf selbst den knüppel in der hand nehmen? einfach ins geschützduell wechseln und ballern! besonders spassig wird es aber, wenn vier freunde sich zusammenschließen und die solo-kampangnen im team bewältigt. das hat man so noch nicht gesehen und bringt, sofern die einzelnen mitglieder wissen, was sie tun, eine prise mehr taktik in die sache. dabei muss nicht das gesamte. ist eine mission geschafft, ist sie im menü anwählbar und ihr könnt sie einzeln sowohl solo als auch co-op noch einmal durchleben. außerdem dürfen einzelkämpfer in den optionen noch den freien flug mit bestimmten vorgaben (x ziele mit waffe x abschießen, ziele in zeit x bewältigen, soundso lange aufm kopf knapp über dem boden düsen) wählen. dieser modus eignet sich übrigens sehr gut für trainigsflüge.

die grafik ist ganz klar einer der pluspunkte des titels. wenn getroffene objekte explodieren, die kondensstreifen sich durch nichts von den originalen unterscheiden und der antrieb der raketen so auch im fernsehen aussieht, dann ist das beeindruckend. lichteffekte aus der höhe sehen die texturen der gebäude und landschaften richtig gut aus. wenn man im tiefflug ist, wird eine gewisse detailarmut und ein mut zum cloning erkennbar. das sollte jedoch nicht überbewertet werden, da die flächen in den levels groß sind und washington und rio im normalflug sehr schmuck sind. in die eigenen jets hätten die macher etwas mehr zeit investieren können. sie sehen ebenfalls sehr gut aus und die unterschiede zwischen den typen sind klar erkennbar, aber da sie nun mal die hauptdarsteller sind, hätten sie mehr poligone verdient. ob dies für die flugzeuge des feindes auch gilt, ist nicht leicht zu sagen. sie werden schon ins korn genommen, wenn sie noch ein pixelhaufen sind. dann nähert ihr euch, das radar schlägt an und ihr zerstört sie. ihr seht eure gegenüber also kaum. es gibt zwar eine zielerfassungs- und raketencam, aber zeit, euren blick schweifen zu lassen, bis es eher selten. so ist das bei einem schnellen spiel.

die sounds knallen ganz schön rein. das pfeilen der geschosse lässt einen wegducken und die explosionen klingen wuchtig. einzig die deutsche syncro eurer vorgesetzten und flügelmänner, die euch manchmal (sich zuweilen wiederholende) hinweise geben und übrigens auch durch kurzbefehle instruierbar sind, hätte ein wenig mehr enthusiasmus hier und da gut getan. musik hört man außerhalb der menüs und briefings praktisch gar nicht. vielleicht hätte es sinn gemacht, in dramatischen momenten etwas hintergrundbeschallung reinzuhauen, um die stimmung anzuheizen. vermisst wird sie trotzdem kaum.

freunde der gepflegten airborne-action dürfen bei „tom clancys h.a.w.x.“ bedenkenlos zuschlagen. die etwas dubiose story ist vergessen, wenn es erstmal ins kriegsgebiet geht. das spiel macht nicht alles richtig, aber das gesamtpaket stimmt und überzeugt. mit grafik und sound punktet der titel ebenso, wie mit den gelungenen gameplayelementen e.r.s. und dem off-modus der flughilfe. die macht die kleineren scharten (mangelnde abwechslung, wenn gewünscht zu anspruchslose steuerung) größtenteils wieder wett. das hochleveln für bessere ränge und waffen, sowie der multiplayer werden dafür sorgen, dass die spiele-disk noch eine weile in den laufwerken der zocker verweilt.

actionreiche seite inkl. demo-downloads: hawxgame.de.ubi.com