![]() |
NINTENDO 3DS |
|
Auf den ersten, flüchtigen Blick unterscheidet sich Nintendos neue tragbare Spielkonsole kaum von ihren Vorgängern. Von der Größe her passt das zusammengeklappte 3DS-Modell, das seit vergangen Freitag erhältlich ist, wie frühere Versionen problemlos in jede etwas geräumigere Jackentasche. Die Schächte für Spielkartuschen und SD-Speicherkarten an den Seiten finden sich ebenfalls in älteren Geräten. Auch geöffnet fällt eigentlich nur der flache Steuerknopf auf, der anstelle des Steuerkreuzes zur stufenlosen Bedienung der Spielfiguren genutzt werden kann. Selbst beim Herzstück der 3DS, die beiden Monitore, die in das zweiteilige Gehäuse eingelassen sind, scheint alles beim Alten zu sein. Das trifft jedoch lediglich auf das berührungsempfindliche Display im Bodenteil zu, das weiterhin als Eingabemöglichkeit dient. Der obere 3,5-Zoll-Bildschirm dagegen ist eine kleine Sensation: Es kann Inhalte dreidimensional darstellen – und zwar ohne Zuhilfenahme einer Spezialbrille. Die in das Handheld verbaute Technik teilt die Grafiken von 3D-fähiger Software auf. Vereinfacht gesagt generiert sie mit Hilfe eines Filters in jedem Moment statt einem zwei, perspektivisch leicht verschobene Bilder. Legt das menschliche Gehirn diese Bilder übereinander, entsteht der Eindruck der Tiefe. Im Test funktionierte die räumliche Darstellung von animierten Spielwelten und vorinstallierten Anwendungen wie Menüs oder Kreativprogramme einwandfrei. Nach einem kleinen Moment, in dem sich Auge und Hirn auf die Ansicht einstellen, sieht der Betrachter tatsächlich in das Gezeigte wie in ein Aquarium hinein. Im Spiel „Nintendogs + Cats“ wird dadurch nicht nur das Welpen plastisch, sondern auch der Raum, in den man einen zu apportierenden Ball wirft. Für „Pilotwings Resort“ benötigt man die räumliche Ansicht, um mit Doppeldeckern, Jetpacks und Flugdrachen auf vorgegeben Flächen zu landen. Die Begeisterung über die dritte Dimension können Dritte, die dem Spieler über die Schultern schauen, in der Regel nicht teilen. Die Tiefenwirkung tritt nur dann ein, wenn Abstand und Winkel zum Bildschirm stimmen. Zwar sind kleine Abweichungen möglich, wird der Monitor aber außerhalb des Fensters betrachtet, sieht es aus, als würde das Bild in zweifacher Ausführung aufeinander liegen und der Perspektiven-Effekt bleibt aus. Ein weiteres Problem ist die Anstrengung für die Augen. Das ständige Schauen fördert die Ermüdung der Sehorgane. Die Empfehlung des Herstellers, nach 30 Minuten Spielzeit mindestens zehn Minuten Pause zu machen, sollte durchaus Ernst genommen werden. Über einen Schiebregler kann der 3D-Effekt reduziert oder ausgeschaltet werden. Das erste, für den Massenmarkt konzipierte Gerät mit autostereoskopischen Fähigkeiten erlaubt aber mehr, als „nur“ das Spielen in und mit der dritten Dimension. Auf seiner Außenseite sind zwei Kameralinsen im Abstand von knapp vier Zentimetern eingelassen, die auf Knopfdruck gleichzeitig je ein Foto macht. Auch diese Aufnahmen kann die Hardware digital so übereinanderlegen, dass ein 3D-Bild ausgegeben und auf Wunsch gespeichert wird. Außerdem lässt sich mit der Kamera die Umgebung aufnehmen. Sie dient in der sogenannten „erweiterte Realität“ als Hintergrund, über die die Konsole in Echtzeit Spielelemente legt. Das Geschehen findet dann sogar nicht nur in den Tiefen des Monitors, sondern scheinbar in den eigenen vier Wänden statt.
Das 3DS ist nach dem Original, dem DS Lite, dem DSi und dem DSi das fünfte Modell der Handheld-Serie. |
|
|