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DARKSPORE |
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Die Trekkies unter euch kennen die Oberste Direktive der Sternenflotte: Unter keinen Umständen in die Entwicklung einer Kultur einzumischen, damit alles seinen natürlichen Lauf nimmt! Tja, hätten die Krogenitoren doch eine ähnliche Richtlinie gehabt. Dann müssten wir jetzt nicht als die Letzten ihrer Art gegen Monsterhorden antreten. Auf der anderen Seite sollten wir dem Entwicklerstudio Maxis dankbar sein, eine Geschichte erfunden zu haben, an deren Anfang ein Szenario steht, gegen das sich Kirk, Picard und die anderen Guten im Star-Trek-Universum mit Händen, Flüssen und Photonentorpedos gewehrt hätten. Die absichtliche Veränderung der DNA von Kreaturen auf diversen Planten und die verheerenden Folgen leiten nämlich das actionreiche SciFi-RPG „Darkspore“ ein. SciFi-RPG? Eigentlich ist es mehr, viel mehr als das. Ein Super-Genom sie zu knechten Um die Story aufzudröseln: Die Krogenitoren waren ein Volk von Wissenschaftlern, das über Jahrtausende hinweg das Universum bereiste. Entdeckten sie Leben auf einem Planeten, schufen sie neue Rassen, in dem sie durch das Einbringen einer gezüchteten DNA die Gene der Kreaturen veränderten. Diese sogenannte Transfektion brachte genetische Super-Krieger hervor, die Helden. Für die Krogenitoren waren sie lebende Waffen, die sie von ihren Raumschiffen aus steuern konnten. Um sie noch mächtiger zu machen und die Transfektion zu perfektionieren, begann die Forscher mit der Expotentiellen DNA (EDNA) zu experimentieren. Sie versprach effektivere, bessere Züchtungen. Der neue Genomstrag wurde einigen Helden injiziert, doch schon kurze Zeit später stellte sich heraus, dass die EDNA instabil war. Die Krieger mutierten, wurden aggressiv und zu Darkspores, die ungespritzte Helden vernichteten und die Planeten unterjochten. Auch fast alle Krogenitoren mussten dran glauben, aber ein paar entkamen ihren Schöpfungen. In Kälteschlaf versetzt trieben sie mit ihren Raumschiffen durchs All, während die Bord-KI mit dem Namen Helix an einer stabilen Version der EDNA arbeitet. Just in dem Moment, in dem sie die Formel für die verbesserte Erbinformation findet und die ersten Uber-Helden rekonstruiert, weckt euch ihre metallene Frauenstimme. Jetzt geht euer Job los. Als einer der Überlebenden könnt ihr den Kampf gegen die Darkspores aufzunehmen und das von euch verursachte Schlamassel wieder in Ordnung bringen. Die lebenden Waffen Das Spiel findet auf zwei Ebenen statt: Im Raumschiff und auf den Planeten. Eure fliegende Kiste ist die Homebase, in der ihr die Angriffe auf die, von Darkspores beherrschten Welten vorbereitet. Das heißt zunächst, eine Gruppe aus drei Helden zusammenzustellen. Ein genetischer Held kommt nämlich niemals allein, sondern mit zwei Kollegen zum Knüppeln. Grundsätzlich sind die Charaktere in drei Klassen (ähnlich Tank, Schurke, Druide) unterteilt, die jeweils einem der fünf verschiedenen Heldentypen angehören. Die zentrale Aktionen eines Bio-Held liegen im Heilen und Vergiften, ein Plasma startet Energie- und Blitzattacken. Der Necro ist mit übernatürlichen Zaubern vertraut, ein Cyber verursacht mit seinen Waffen Flächenschaden und Quantum-Figuren teleportieren sich oder verlangsamen ihre Gegner. Blitz zum Beispiel, mit dem ihr das Tutorial durchspielt, ist ein Plasma-Verwüster. Wo er zuschlägt fliegen die Fetzen, dafür ist er nur schwach gepanzert. Wenn er umzingelt wird, kann er einen Plasmakranz erscheinen lassen, der alle Feinden in unmittelbarer Nähe Schaden zufügt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Kombinationen der Helden. Sie besitzen einzigartige Fähig- und Fertigkeiten, die vereint und intelligent eingesetzt für die anstürmenden Fieslinge richtig Ärger bedeuten. Blind nach Power solltet ihr aber nicht gehen. Trifft ein Held auf einen Darkspore des gleichen Typs, verpasst ihm der mutierte Aggro-Heini den doppelten Schaden. Nach Gutdünken sein Team zu basteln ist also nicht zu empfehlen. Im Laufe der Zeit dürft ihr weitere Gruppen bilden, sodass ihr, wenn ihr wollt, ausgewogene oder auf bestimmten Klassen/Typen angelegte Squads parallel aufbaut. Mods noch und nöcher Neben dem Arsenal, das euer stetig wachsendes Kontingent an Helden beheimatet (am Ende werden es bis zu 100 sein!), findet ihr auch den Transfektion-Raum, in dem ihr die Geschöpfe nach Herzenslust verändern könnt. Hier kommt das von Entwickler Maxis programmierte, Labor aus ihrem Game „Spore“ zum Einsatz. Die Grundstatur der Monster ist vorgegeben, bei den Farben und Großen der Körperteile lässt er euch alle Freiheiten. Das gilt ebenso für die Anordnung der Accessoires, wegen denen ihr hauptsächlich den Raum betreten werdet. Das sind die unzähligen Gegenstände, die ihr auf den Planeten finden oder besiegte Gegner droppen werden. Rüstungsteilen, Waffen, Utensilien – ihr stoßt alles, was die lebenden Waffen verbessern. Andauernd und immer wieder und immer mehr. Man verbringt gefühlte Stunden in dem Editor, um den Super-Rul0r zu kreieren. Ein neues Item? Sofort mit dem gerade Genutzten vergleichen! Vielleicht wächst der Gesundheits- oder Energiebalken oder die Rüstung wird aufgewertet? Ich weiß es nicht, wenn ich es einsammle. Doch ich will es wissen. Sofort. Und ich will mehr von dem Zeugs haben. Sofort. Hört ich mich an wie ein Süchtiger? Nun, ihr werdet merken, dass man ganz leicht in diese Schiene rutscht, wenn ihr „Darkspore“ zockt. Ach ja: Es fliegt sogar. Neben dem Arsenal und dem Transfektion-Raum hat euer Raumschiff noch – unglaublich – eine Brücke, die eigentlich das Hauptmenü ist. Dort erfahrt ihr von Helix, wohin die Reise geht und treibt die Story mit comichaft erzählten Filmstücken voran. Habt ihr eure Gruppen und einzelnen Streiter zu eurer Zufriedenheit gestaltet, dürft ihr euch über den Leitstand natürlich zur den Herausforderungen fliegen lassen. Von denen gibt es in der Kampagne zusammengenommen stattliche 24 Stück. Auf sechs mit Darkspores verseuchten Welten müsst ihr jeweils vier Abschnitte säubern. Bedenkt man, dass der Marsch durch einen Abschnitt zwischen zehn und 30 Minuten dauert, kommt eine beträchtliche Spielzeit zusammen. Und da sind die Transfektion-Sessions noch gar nicht miteinbezogen. Außerdem schaltet das erste Durchspielen einen höheren Schwierigkeitsgrad frei und ist dieser geschafft, gibt’s noch den Apocalypse Mode. Auf ins Getümmel! Auf dem Planeten erscheint der Held, den ihr an erster Position eurer Gruppe habt. Ihn steuert ihr mit der linken Maustaste durch die aus der Iso-Perspektive (= von schräg oben) gezeigten Landschaften. Trefft ihr auf kleine Gegner, klickt ihr sie an und schon führt euer verlängerter Arm einen Angriff aus. Dann wird aus „Darkspore“ ein waschechtes Hack’n’Slay. Ihr schlagt, zaubert, wirbelt, schießt, stampft und teleportiert euch nur so durch die Labyrinthe. Wenn nötig, lasst ihr eine eurer Sonderfertigkeit vom Stapel. Das kostet zwar Energie, ist allerdings in der Regel sehr effektiv. Gehen die Attacken trotzdem weiter un eure Gesundheit flöten oder erscheint euch der Einsatz eines anderen Helden gerade sinnvoll, wechselt ihr ihn einfach ein. Auch das braucht nur einen Mausklick auf das Symbolbild der Kreatur. Der alte Kämpfer wird weggebeamt und kann sich regenerieren, der frische erscheint und das fröhliche Abholzen geht weiter. Die niedergestreckten Widersacher lassen zuweilen Kapseln zur Regenerierung der Gesundheit oder der Energie und die heißbegehrten Objekte fallen, die vornehmlich in überall verstreuten Obelisken auf euch warten. Außerdem setzt die Zerstörung eines Gebäudes oder ein Kill ab und an DNA frei. Sammelt ihr sie ein, wächst eure XP. Ab einer gewissen Anzahl steigert ihr euren persönlichen Krogenitor-Level und schaltet neue Helden, Items und Fertigkeiten frei. DNA wird außerdem benötigt, um Änderungen an einem Monster im Transfektion-Raum vorzunehmen und Upgrades wie zusätzliche Rüstungsslots oder bessere Waffen zu kaufen. Letztere werdet ihr zum Ende eines Abschnitts sicher benötigen. Da warten die Horde, eine geballte Streitmacht an Viechern, und die dicken Endbosse auf euch und euer Team muss spätestens dann seine Daseinsberechtigung unter Beweis stellen. Was passiert eigentlich, wenn...? Verliert ein Mitstreiter unterwegs alle Gesundheitspunkte, ist er eine Weile nicht mehr anwählbar und einer der restlichen Beiden muss einspringen. Gehen die aber über den virtuellen Jordan, bevor sich ein Teammitglied vom eigenen Exitus erholen konnte, ist Game Over und der gesamte Abschnitt mit all seinen, teilweise fies verworrenen Wegen muss noch mal durchlaufen werden. Also: Lieber nicht soweit kommen lassen. Bewältigt ihr ein Level, wird eure Statistik präsentiert. Für gute Aktionen gibt’s Medallien, die die Chance auf ein gutes Bonus-Item als zusätzliche Belohnung steigern. Alternativ könnt ihr das Geschenk im System lassen und das nächste Level ansteuern. Knackt ihr das, wird eure Belohnung noch größer ausfallen. Der Knackpunkt dabei ist, dass sich zwischen den Abschnitten weder Held upgraden noch Gruppenmitglieder tauschen lassen. Ihr müsst also mit dem gleichen Team und derselben Ausstattung weitermachen und durchkommen. Schafft ihr das nicht, sind die Goodies futsch. Allein, allein? Das muss nicht sein. Die Kampagne und eigentlich das ganze Spiel ist nicht unbedingt für Soloisten gedacht. Ihr seid die ganze Zeit online und es besteht zu jederzeit die Möglichkeit, die Levels mit maximal drei befreundeten Zockern zu durchqueren. Jeder läuft mit seinem Team auf. Im besten Fall werden die Verbündeten wie bei einem „WoW“-Raid mit Tanks, Heilern, Fernangriffen und kombiniertem Aktionen hantieren. Den Ruhm ernten sie alle zusammen und auch Objekte, die gefunden werden, bekommt jeder. Der Koop-Modus erweitert das Spielerlebnis noch um einiges, zumal Zocken in der Clique eh mehr Spaß macht als allein. Positiver Nebeneffekt: Man darf seine Helden-Kreationen mal Dritten präsentieren und ihre Schlagkraft unter Beweis stellen. In geselliger Runde ist es zudem möglich, Kreaturen und Gegenstände zu tauschen. Also stets freundlich im Chat sein – man weiß ja nie, was der Spieler am anderen Ende der Leitung so zu bieten hat. Es sei noch erwähnt, dass keine Abo-Gebühren anfallen. Das darf man bei diesen Online-Features ja nicht unbedingt voraussetzten. Solide Optik, passender Sound Die Grafik von „Darkspore“ variiert zwischen nett und fett. Das ist primär von der Landschaft abhängig, durch die ihr streift. Eine öde Eishöhle oder ein steriles Ufo sorgen nicht gerade für Augenekstase. Watscht ihr dagegen über eine Welt mit funkelnden Kristallen oder frei schwebende Asteroiden, sieht das im wahrsten Sinne ganz anders aus. Die Helden, die Gegner und die Effekte, die ihre Fähigkeiten auslösen, sind schön animiert und lassen sich im Detail durch Hereinzoomen via Mausrad bewundern. Nur macht das wohl kaum ein Gamer, weil er das Geschehen verfolgen will. Deswegen würde er sich über eine noch größere Übersicht über die Map freuen. Aber über die Standardansicht herauszoomen ist leider nicht drin. Die Kamera ist sowieso leider manchmal schlecht positioniert. Wird der Held beispielsweise hinter einem Baum angegriffen, ist das kaum zu erkennen.
Fazit: Die Länge unseres kleinen Tests soll eines zum Ausdruck bringen: „Darkspore“ bietet weit mehr als es im ersten Moment den Anschein hat. Natürlich wird in den Levels gekloppt, was das Zeug hält. Damit ihr den mutierten Fieslinge erfolgreich den Garaus machen könnt, müsst ihr allerdings im Vorfeld viel, sehr viel taktieren und abwägen. Von der grundsätzlichen Frage, welcher eurer Helden in eine Gruppe soll, über die Entscheidung, ob es sich die Investition von DNA in ein kleines Rüstungsupgrade lohnt bis hin zum Zeitpunkt, wann ihr eure Fähigkeiten einsetzt oder den Charakter auswechselt. Das bringt Tiefe und immer neue Möglichkeiten ins Spiel. Was einem aber fast noch mehr antreibt, andauernd noch ein Level abschießen zu wollen, ist die
Sammelleidenschaft, die „Darkspore“ weckt. Es ist ein Paradies für Fans von Dungeon Crawler und Schatzsucher. Auf der Suche nach der ultimativen Beute, die die Attribute in die Höhe schnellen lassen, vergisst man die Zeit sowas von schnell, das ist schon beängstigend. Insofern hat der häufig aufkommende Vergleiche mit „Diablo“ durchaus treffend. Dazu kommen noch die Multiplayer-Modi. Der Wettbewerbsgedanke hinter PvP-Matches oder das Vergnügen, mit anderen eine Mission zu lösen, schrauben den Wiederspielwert noch weiter nach oben. Ansätze zur Kritik finden sich bei der Kamera, den ab und zu kargen Szenarien, die stumpfen Mausklickorgien am Anfang (und nur da!) gegen leicht abzufertigende Angreifer und vielleicht noch in der zwingend geforderten Internetverbindung. Offline solo zu spielen reicht zuweilen nämlich manchem Zocker schon.
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